Das Raster der Einheiten und Zahlen

Portionierter Orangensaft im Flieger

Das Volumen von Getränken ist ein gutes Beispiel, wie Einheiten die Größe und Form eines Produktes beeinflussen können. Das Volumen ist in einer bestimmten Einheit definiert, die wiederum in ganzen Zahlen und bestimmten Schritten gedacht wird. Und das aus gutem Grund, denn mit ganzen Zahlen und Maßen lässt sich einfacher rechnen. Wenn jedoch in Millilitern gedacht worden wäre, wäre das Volumen wohl kaum 89 Milliliter pro Packung geworden. 

Um das Rechnen zu vereinfachen, etablieren sich je nach Einheit bestimmte Größen- und Formstandards, die bei einer anderen Einheit nicht zustande kommen würden. Hinzu kommt die Granularität einer Einheit, sowie die praktische Motivation zum Runden und »gerade machen« von Zahlen. Die Einheit und runde ganze Zahlen stellen eine Art Raster da, das auch eine Analogie in der digitalen Produktgestaltung findet. 

Solche Zahlenraster haben beispielsweise Einfluss auf den Abstand von Elementen und somit auf den Rhythmus in einem Layout. Das gilt insbesondere für komplexere digitale Layouts, wo Elemente häufig in Pixeln und in 10er Schritten voneinander entfernt sind. Sich von diesen Einheiten zu distanzieren und beim nächsten Layout einfach mal 7er, 14er und 19er Werte verwenden wäre zwar schwieriger zu handhaben, man würde aber ein relativ stark aufgezwungenes Raster der Einheit und Zahlenästhetik durchbrechen. Denn aus gestalterischer Sicht rechtfertigen sich möglicherweise ungerade Zahlen und Schritte jenseits des 10er Systems, um ein stimmigeres Layout zu schaffen.

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