Publikationen

Anleitungen zum Non Intentional Design

Das Phänomen der Umnutzung als vermittelbares Wissen im Zeitalter der Internets.

Die Entnormung von Gegenständen unter bestimmten Bedingungen trägt seit Ende der neunziger Jahre in der Design-Forschung die von Uta Brandes und Michael Erlhoff geprägte Bezeichnung »Non Intentional Design« (NID). In diversen Publikationen zu diesem Thema wurde eine Vielzahl an NID Beispielen entdeckt, die geholfen haben das Verständnis und die Definition des Phänomens zu erweitern.

Nach verwandten Prinzipien und konkreten NID-Lösungen wurde bisher in der Design-Literatur, Gesellschaftswissenschaften, Kunst, Architektur und den Naturwissenschaften gesucht. Die Leser des Buches »Non Intentional Design« werden zum Schluss freundlich aufgefordert, ihre NID-Fotos an die Autoren zu senden. In Forschungsprojekten fand eine Umfrage statt, in der die Teilnehmer Auskunft über ihre eigenen NIDs preisgaben.

Seit den letzten Publikationen und Forschungsprojekten auf diesem Gebiet hat sich die Wahrnehmung und Nutzung des Internets enorm verändert. Heute erstellen und bearbeiten die Menschen ihre Inhalte selbst. Ein wesentlicher Teil an Informationen im Internet wird von einer Vielzahl von Individuen bereitgestellt. Die unterschiedlichsten Gedanken und Ideen werden durch Blogs, Foto- und Videoportale veröffentlicht. Auf diese Weise geraten bewusst oder unbewusst Beispiele des NID in das World Wide Web. Ideen zur Entnormung von Objekten werden häufig absichtlich kommuniziert, um die originellen Nutzungstransformationen nachvollziehbar und wiederholbar zu machen. Auf diese Weise wird Wissen geteilt, mit dem normierte Produkte jenseits der gestalterischen Intention genutzt werden können.

Es ist erkannt worden, dass die Strukturen des Internet dafür geeignet seien, sich fremder aber öffentlich verfügbarer Ideen und Inhalte zu bedienen und diese für die eigenen Zwecke einzusetzen, doch das World Wide Web wurde nicht als Informationsträger für NIDs, sondern als Medium, das selbst entnormt wird betrachtet. Dem Kenntnisstand dieser Arbeit nach wurde bisher kein expliziter Versuch unternommen, nach dem Vorkommen von NID im World Wide Web zu suchen.

Mich hat in erster Linie interessiert, welche bisher unbekannten NIDs im World Wide Web zutage treten und auf welche Weise diese Information kommuniziert wird. Meine Intention war es, außergewöhnliche NIDs aufzufinden, die im Internet kursieren. Ferner beschäftigte ich mich die Frage, ob ein eine Art wiederholendes Muster bei dem NID Phänomen auszumachen ist, das sich für die Konzeption eines NID Archivs eignet, dessen Notwendigkeit in vorangegangenen Forschungsprojekten deutlich wurde.

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