ExpertiseInformation Design

Das Verständnis für Informationsdesign beginnt mit der Erkenntnis, dass die Dinge, die wir tagtäglich gefiltert durch unsere Wahrnehmung rezipieren, nicht Information, sondern vorwiegend Daten sind. Reine Daten eignen sich nicht zur Kommunikation zwischen Menschen. Um den Daten eine Aussagekraft zu verleihen, die für Kommunikation notwendig ist, müssen sie auf eine Weise organisiert, transformiert und präsentiert werden, die einen Sinn ergibt.

Von Daten über Information hin zu Wissen

Daten bilden die kleinsten Bausteine der Kommunikation, deshalb sind sie für uns ohne ein adäquates Kommunikationsmittel und Kontext wertlos. Der Mensch kann daraus kaum Erkenntnisse gewinnen. In verschiedenen Medien, z. B. in den Nachrichten oder im Internet, werden Daten häufig für Information ausgegeben. Beispielsweise wird von Milliarden Ausgaben in Zeitschriften und Magazinen gesprochen, dabei können sich die wenigsten Leser diese Menge vorstellen. Indem jedoch die Daten in einen Kontext gesetzt werden, kann aus ihnen Information entstehen.

Daten können auf unterschiedliche Weise organisiert und präsentiert werden, um ihnen eine Bedeutung zu verleihen. Die Organisation von Daten ist ein entscheidender Schritt hin zur Transformation von Daten zu Information, damit eine sinnvolle Interpretation ermöglicht wird. Die Präsentationsweise hat enormen Einfluss auf die Qualität der Interpretation auf der Wahrnehmungsebene.

Wissen unterscheidet sich von Information durch die Komplexität und Individualität der Erfahrung des Rezipienten, die benötigt wird, um die Information zu kommunizieren. Experience Design hilft den Menschen Wissen aus der Information zu entwickeln, indem sie auf unterschiedliche Weise erfahren werden kann. Narrative und Konversationen sind Vermittlungsmechanismen des Wissens.

Organisation von Information

Informationsmengen können unendlich hoch sein, jedoch sind die Möglichkeiten der Strukturierung von Information finit. Richard Saul Wurman unterscheidet zwischen fünf Möglichkeiten, Information zu organisieren: Ort, Alphabet, Zeit, Kategorie, Hierarchie. Durch Organisation wird Information viel nutzbarer. Die Modi von Organisation ermöglichen unterschiedliche Verständnisweisen und jeder Modus verfügt über eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten.

Der Ort ist eine natürliche Form der Auswahl dessen, wenn man etwas untersuchen oder vergleichen möchte, was aus unterschiedlichen Quellen stammt. Mediziner nutzen beispielsweise unterschiedliche Regionen im Körper als Gruppierungen, um Medizin zu studieren.

Das Alphabet eignet sich für die Organisation außerordentlich großer Informationsmengen, beispielsweise Wörter in einem Wörterbuch. Da die meisten Menschen die Buchstaben im Alphabet kennen, funktioniert die alphabetische Organisation von Information für ein Publikum, die ein breites Spektrum der Gesellschaft umfasst und die mit anderen Formen von Klassifikation wie Kategorie oder Ort nicht vertraut sind.

Die Zeit funktioniert als Organisationsprinzip für Ereignisse, die eine bestimmte Dauer haben. Diese Organisationsform wird beispielsweise in Museen angewendet, um dem Museumsbesucher durch eine Reihe chronologisch geordneter Exponate zu geleiten. Die Zeit ist eine vertraute und verständliche Struktur, in der Änderungen beobachtet und Vergleiche gemacht werden können.

Die Kategorie bezieht sich auf die Organisation von Gütern. Auf diese Weise werden in der Regel im Einzelhandel verschiedene Arten von Waren arrangiert, z.B. Geschirr in einer Abteilung und Kleidung in einer anderen. Kategorie kann bedeuten, dass es sich um unterschiedliche Modelle, Typen oder Fragen handelt. Dieser Modus eignet sich gut für die Organisation von Dingen mit ähnlicher Bedeutung. Kategorien lassen sich gut mit Farbe differenzieren und weniger mit Zahlen, da sie eine inhärente Wertung mit sich tragen.

Die Hierarchie organisiert Informationseinheiten nach ihrer Größenordnung von klein bis groß, nach der Reihenfolge der Wichtigkeit oder wenn ein Wert oder Gewicht zugewiesen werden soll. Dieser Modus eignet sich mitunter gut für Vergleiche, wenn man beispielsweise das Kleinste oder das Größte aus einer Menge identifizieren möchte. In Gegensatz zur Kategorie, können die Größenordnungen mit Zahlen oder Einheiten ausgedrückt werden.

Sheydin Studio gestaltet Interaktionsabläufe, verwandelt Daten in Information und entwirft einzigartige Erscheinungsbilder … mehr

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